Lange sind die Zeiten vorbei, in denen sich deutsche Jazz Bands über amerikanische Vorbilder definieren mussten. Das Berliner Quartett Yakou Tribe hat bereits vor drei Jahren mit seinem Debütalbum “Road Works” eigene Mastäbe gesetzt. Ihre Stücke glichen urbanen Fantasien von Bewegung und Zustandsveränderung. Ein sinisteres (das japanische Wort yakou beschreibt unter anderem nächtliche Reise und nächtliches Schimmern) –berwinden der alltäglichen Trägheit, ein Schwelgen in unerhörten Sounds, direkt dem Berliner Pflaster abgelauscht.
Drei Jahre sind seitdem vergangen. Der Yakou Tribe ist weder weiter gezogen, noch musste er sich neu generieren. Mit seinem neuen Album “Red And Blue Days” schliet er an, wo er mit “Road Works” aufgehört hat und setzt dennoch völlig neue Akzente. Der Sound der Band ist entspannter geworden, kann in der kreativen Stille ebenso verweilen wie in der zielgerichteten Bewegung. Die sphärische Rastlosigkeit des ersten Albums wird mit Phasen gemessener Ruhe kontrapunktiert. Zum Abenteuergeist gesellt sich Nachdenklichkeit, zum Treibenlassen auf Klangflächen die Lust an der Vollendung. “Der wesentliche Unterschied besteht darin”, erläutert Gitarrist Kai Brückner, “dass die Sessions des ersten Albums sich über Jahre hinzogen, während die neue CD in einer konzentrierten Produktion entstanden ist. Aber wir können auch auf viel mehr gemeinsame Erfahrungen zurückgreifen, kennen uns genauer und bringen alles ungleich besser auf den Punkt.”



